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höfats: „Wir zelebrieren offenes Feuer“

Ein Interview mit Thomas Kaiser von höfats über Maschinenbau und Produktdesign, Geistesblitze und gute Gestaltung

Was wäre ein Sommer ohne Feuer? Was ein Weihnachtsessen ohne echte Flammen? Echtes Feuer ist die wohl ursprünglichste und romantischste Art, für Licht und Wärme zu sorgen und Speisen zu garen. Gerade an einem langen, lauen Abend im Freien oder einer kalten Winternacht am Esstisch rufen lodernde Flammen eine Faszination hervor, der sich kaum jemand entziehen kann. Unser Spezialist für Flammen und offenes Feuer ist das Label höfats, das mit 25 Vollzeitmitarbeitern in Kempten im Allgäu mit einzigartigen Feuerschalen, Windlichtern, Grills und passendem Zubehör die Welt bereichert – und zwar auf höchstem ästhetischem und qualitativem Niveau. Wir haben den Erfolg des Labels zum Anlass genommen, höfats vor Ort zu einem ausführlichen Gespräch mit einem der beiden Gründer und Geschäftsführer Thomas Kaiser zu besuchen.


Thomas Kaiser von höfats

Thomas, was war der Anlass für die Gründung von höfats?

Nun ja, da muss ich etwas ausholen. Zunächst einmal: Die Firma habe ich nicht alleine gegründet, sondern mit Christian Wassermann. Wir haben uns hier in Kempten beim Maschinenbaustudium kennengelernt und in der gemeinsamen Zeit an der FH erstmals Produkte entwickelt, und zwar Bergsportprodukte wie etwa den Bergmönch. Der Bergmönch ist ein Gerät, das Du als Rucksack den Berg hoch trägst, oben als Downhill-Roller entfaltest und damit ins Tal fährst. So haben wir uns kennen und schätzen gelernt, die Zusammenarbeit hat supergut gepasst.


Seid Ihr keine Produktdesigner?

Doch! Ich hatte nämlich vor dem Maschinenbaustudium überlegt, Produktdesign zu studieren, habe mich dann aber entschieden, erst Maschinenbau zu studieren. Nach dem Maschinenbaustudium und nachdem wir mit dem Bergmönch sozusagen Produktentwicklungs-Luft geschnuppert hatten, war das Thema Design für mich wieder richtig präsent. Habe mich darüber auch mit Christian ausgetauscht und wir sind dann tatsächlich zusammen nach Berlin gegangen, um dort Produktdesign zu studieren.


Was habt Ihr als erstes designt?

Während des Studiums in Berlin haben wir jedes Semester ein Produkt gestaltet. Ganz am Anfang vom Studium war das ein Elektrofahrrad. Die Rechte daran haben wir schließlich an einen großen Fahrradhersteller verkauft. Danach gab es ein paar Möbeldesign-Projekte, bei denen wir unseren Hang zu starken technischen Ideen umgesetzt haben. Wir hatten immer den Willen, eine funktionale Verbesserung zu erzielen und das sollte natürlich auch mit einer schönen Form, mit gutem Design einhergehen.


Ist Euch das gelungen?

Meist hatten wir bei diesen Studiums-Projekten das Gefühl, jedes Mal unser Baby aus der Hand zu geben. Teilweise haben die Hersteller unsere Entwürfe nicht wirklich verstanden und für uns bestand dann meistens nicht mehr viel Spielraum, um ein Projekt in die von uns gewünschte Richtung zu lenken. So haben wir den Plan entwickelt, ein ausgereiftes Produkt unter eigener Flagge auf den Markt zu bringen. Gegen Ende des Produktdesign-Studiums hatten wir zwei erfolgsversprechende Entwürfe: den Kohlegrill Cone und den Flaschenöffner Johnny Catch.

Holzkohlegrill Cone von höfats

Was habt Ihr mit Cone und Johnny Catch gemacht?

Wir haben die Entwürfe potentiellen Herstellern und Vertriebspartnern unter Geheimhaltung vorgeführt, veröffentlicht waren aber beide noch nicht. Wir verspürten mehr und mehr eine unheimliche Lust darauf, mal was selbst zu machen und der Flaschenöffner Johnny Catch war unser Testballon dafür – ein kleines, überschaubares Projekt, das in vielen Hinsichten unproblematisch war, auch falls der Erfolg ausgeblieben wäre.


Ihr seid unter die Gründer gegangen?

Ja, wir haben uns dazu entschlossen, das Produkt eigenständig auf den Markt zu bringen – und das hat viel besser geklappt als gedacht! Wir haben einfach gemerkt: Hey, es geht! Man muss keine etablierte Brand sein, um ein Produkt zu verkaufen. Wenn das Produkt cool ist und verstanden wird, dann sind alle Voraussetzungen für einen guten Markteinstieg gegeben. Und diese Erkenntnis war die Geburtsstunde von höfats. Von dem Zeitpunkt an war klar, dass wir unsere Produkte unter einem eigenen Label vermarkten und uns eine eigene Kollektion aufbauen wollen.


Der Erfolg hat Euch Recht gegeben!

Ja so ist es, Johnny Catch hat uns Mut gemacht, das nächste Projekt wieder mit Tatendrang anzugehen. Cone war natürlich eine viel größere Nummer mit mehr Kapitalaufwand. Aber auch das haben wir gestemmt – mit allem was dazu gehört: sogar einer eigenen Montage! Das war wieder eine sehr gute Erfahrung für uns. Wir haben gelernt, dass und wie wir auch ein komplexeres Produkt an den Start bringen können. Und so kam eins zum anderen. Johnny Catch und Cone sind als Entwürfe ja sehr weit auseinander. So war es im nächsten Schritt für uns naheliegend, einen Entwurf zu schaffen, der dazwischen liegt – auch vom Preispunkt. Wir reden hier immerhin von einer Spannweite von 19,95 Euro für den Flaschenöffner bis 699 Euro für den Grill. In dieser Zeit ist die Idee zu Cube gereift, einem sehr funktionalen Feuerkorb.


Feuerkorb Cube von höfats

Wie habt Ihr Euch mit Eurer nächsten Idee positioniert?

Den Feuerkorb Cube haben wir im preislichen Mittelfeld zwischen Cone und Johnny Catch angesiedelt – und der Cube hat voll eingeschlagen. Das war dann auch für uns die Initialzündung, uns auf das Thema „Offenes Feuer“ mit Grills, Feuerschalen und Feuerkörben zu fokussieren und ein entsprechendes Vollsortiment zu schaffen, mit dem wir die Bandbreite von Einstiegsprodukten bis zu High-End-Entwürfen abdecken. Und das haben wir tatsächlich so gemacht – mit Beer Box, Bowl, Triple, Ellipse und anderen Produkten. Dabei sind wir immer dem Anspruch gefolgt, dass auch das einfachste Produkt nicht einfach nur eine Metallkiste sein soll, sondern auch funktional zu unserer Technikaffinität passen muss. Auch die auf den ersten Blick vielleicht einfache Beer Box sollte etwas Besonderes haben, einen Witz mitbringen und da passte die Anlehnung an eine Bierkiste perfekt.

Man könnte also sagen: Läuft bei höfats!

Ja, wir sind unseren Weg konsequent weitergegangen und haben die Marke höfats immer weiter entwickelt. Dabei ist in uns die deutliche Erkenntnis gereift: Wir wollen nicht irgendeine x-beliebige BBQ-Brand sein! Davon gibt es ganz viele, wobei die meisten einfach nur den Marktführer imitieren. Grillen ist sicherlich ein Teil unserer Denkwelt, wir wollen uns aber ganz klar im Bereich „Offenes Feuer“ positionieren. Dabei setzen wir aber nicht nur auf Holzscheit-Feuer, sondern bieten auch andere Lösungen an. So sind wir auf Spin gekommen, eine rotierende Bioethanol-Flamme, die sowohl indoor wie outdoor betrieben werden kann. Mit dem Spin haben wir uns viele neue Kunden erschlossen, sind in den Wohnzimmern angekommen und haben auch die Terrassen und Balkone in der Stadt erobert.


Habt Ihr einen bevorzugten Brennstoff?

Nein. Wir sind nicht auf den Brennstoff festgelegt. Nicht auf Holzscheite, nicht auf Holzkohle, nicht auf Bioethanol – wir zelebrieren einfach das offene Feuer. Jede Anwendung hat ihren idealen Brennstoff.


Wie seid Ihr darauf gekommen, das Label höfats zu nennen?

Das Label ist in einer Zeit entstanden, in der noch gar nicht klar war, ob wir eine Agentur für Produktentwicklung oder ein Label werden. Für beides musste der Name passen und wir arbeiten ja auch heute noch als Industriedesign-Dienstleister mit technischem Background. Als wir nach den Namen für unser Label gesucht haben, hatten wir noch nicht festgelegt, wohin die Reise geht. Wir hatten viele bedeutungsschwangere Namen irgendwo positioniert zwischen Design und Technik im Kopf, haben das aber als nicht zielführend verworfen. Wir haben uns dann darauf besonnen, dass wir einen ganz anderen Namen brauchen. Einen emotionaleren Namen, ein Wort mit lokaler und somit geografischer Verortung, denn in dem Moment, in dem wir den Mund aufmachen, hört man ohnehin, dass wir aus dem Allgäu kommen. Also sollte das der Bezugsrahmen sein. Der Alpenraum ist für uns mit vielen schönen Erinnerungen und Vorstellungen verbunden. Wir denken dabei an Qualität, Beständigkeit und schöne Landschaften. Die Höfats ist aus unserer Sicht der absolut schönste Allgäuer Berg. Die Höfats ist nicht der höchste und nicht der bekannteste Berg, aber ein ganz besonderer Berg, mit dem wir uns ganz stark identifizieren, weil zumindest wir einige Parallelen von höfats zur Höfats sehen.


Welche Paralellen bestehen zwischen dem Berg und dem Label?

Der Berg Höfats hat zwei Hauptstränge mit jeweils zwei Einzelgipfeln und das Label höfats hat zwei Gründer. Unsere Gipfel sind der Maschinenbau und das Produktdesign. Die Höfats ist also ein Berg mit vier Einzelgipfeln, die alle gleich hoch sind, so wie wir als Gründer auch gleichberechtig sind. Der Berg hat außerdem einen besonderen Nährboden, wo Kräuter und Pflanzen wachsen, die im nördlichen Alpenraum tatsächlich nur dort wachsen. Natürlich ranken sich auch viele Bergsteigerlegenden um die Höfats. Die Höfats war der Lieblingsberg von Anderl Heckmair, dem Erstbesteiger der Eiger-Nordwand. Der Typ hat alle großen Steilwände der Alpen gesehen, doch seine Liebe galt der Höfats.


Warum sagt man „die Höfats“?

Der Begriff „Höfats“ bedeutet so viel wie „die hohe Atz“, das kommt aus einem Walser Dialekt und heißt so viel wie die „hohe Weide“, womit ein steiler Grasberg bezeichnet wird.


Kommen wir wieder auf das Label zu sprechen. Wie entstehen höfats-Entwürfe?

Nun ja, wir gehen nicht komplett frei an eine neue Sache ran. Wir haben immer schon eine Richtung im Kopf, in die wir überlegen oder haben zumindest ein Thema. Wir machen beispielsweise nicht einfach eine Badewanne, sondern bleiben beim offenen Feuer. Wir sind dabei sozusagen in einem Zustand des andauernden Grübelns. Wir sind ja ständig mit unseren Produkten umgeben und denken auch fortwährend darüber nach, was man noch verbessern kann, was man noch braucht und was gut funktionieren könnte, um unser Produkt-Portfolio zu bereichern.


Wie läuft bei Euch Gestaltung ab?

Meistens gibt es Geistesblitze oder starke Ideen, die reifen. Cube war ein Geistesblitz, der plötzlich im Raum stand. Und so stehen eigentlich alle unsere Ideen plötzlich im Raum und wir sagen uns etwa: Hey, es wäre doch cool, wenn wir einen Feuerkorb hätten, den man umdrehen und so das Feuer ersticken könnte. Bei einer solchen Idee ist dann auch erst einmal völlig unklar, ob die Realisierung rund oder eckig oder irgendwie anders geformt ist.


Wie geht es nach Ideen oder Geistesblitzen weiter?

Im Anschluss an eine Idee oder Geistesblitz denken wir darüber nach, was wir technisch brauchen, um unsere Idee gut umzusetzen. Wir fragen uns, ob wir einen mono- oder multifunktionalen Nutzen haben wollen und was wir dafür cool fänden. Dann müssen wir die richtige Form finden. Und dabei orientieren wir uns nicht an Formen, die gerade angesagt sind, sondern versuchen die richtige Form für unsere Idee zu finden. Jede Idee versuchen wir so umzusetzen, dass unsere technischen Bedürfnisse und formalen Vorstellungen im Einklang sind. Im Idealfall können wir jedes Produkt bis in seine kleinsten Bestandteile begründen und erklären. Der Cube ist dafür ein gutes Beispiel: Es gibt Ausbrüche für die Höhenverstellbarkeit, Griffe, um den Cube umzudrehen, um ihn auch als Hocker zu nutzen und die Schale ist exakt so dimensioniert, dass eine für den guten Betrieb notwendige Menge an Brenngut Platz darin findet. Und die obere Schließung dient dem Ersticken des Feuers.


Wer entwirft für höfats?

Wir entwerfen grundsätzlich alles selbst, schließen aber nicht kategorisch aus, dass wir irgendwann einmal Entwürfe anderer Designer annehmen. Die Zukunft wird zeigen, wie es damit weitergeht und Christian und ich werden uns zu gegebener Zeit darüber abstimmen. Im Moment liegen noch so viele Ideen von uns selbst auf dem Tisch, die wir kurzfristig gar nicht in dem Tempo umsetzen können, wie wir es gerne würden. Wir brauchen deshalb erst einmal keine Entwürfe von außen.


Was fällt Euch zuerst ein: Produkt oder Mechanik? Die Idee, ein Windlicht zu entwerfen oder eine kardanische Aufhängung zu verwenden?

Schwer zu sagen. Christian und ich hatten schon länger die Idee, ein Windlicht zu machen. Aber Standardware können und wollen wir nicht machen. Natürlich haben wir viele verschiedene mechanische Prinzipien im Kopf, die man auf ein Windlicht übertragen kann, aber ob das Licht dann quadratisch wird oder eine halbrunde Form wie die Gravity Candle bekommt, ist völlig offen. Aber genau diese Offenheit ist das Faszinierende beim Gestalten. Bei Spin war der Prozess anders. Wir haben uns erst mit dem physikalischen Prinzip des Feuertornados beschäftigt, ohne zu wissen, auf was für ein Produkt wir das übertragen können. Wir mussten erst einmal richtig nachvollziehen, was da genau passiert. Und dieses Verstehen war die Basis für die Idee, ein Tischfeuer daraus zu machen. Wir haben uns Fragen gestellt wie: Schaffen wir die rotierende Flamme ohne zusätzliche Energie von außen? Ohne Kraftaufwand? Wie haben wir viel Flamme und ein auf das Wesentliche reduziertes Gerät? Das Windlicht sollte so einfach wie möglich sein. Und so ist Spin entstanden. Spin besteht nur aus dem absolut Nötigsten – es gibt einen Glaszylinder und darunter die Luftleitbleche, die wir einfach für die Rotation der Flamme brauchen. Und wir brauchen den großen Durchmesser des Tellers, damit das Windlicht standfest ist. Natürlich auch den Deckel, um die Flamme zu ersticken. Die einzelnen Bestandteile sind allesamt so proportioniert, dass das Windlicht einen optisch harmonischen Eindruck macht und sich richtig anfühlt. An dem Windlicht ist kein Styling um des Stylings Willen dran. Was wir weglassen konnten, haben wir weggelassen. Es ist eben gutes Design.


höfats Office

Was macht gutes Design für Euch aus?

Ha, auf diese Frage kommt jetzt das, was wahrscheinlich alle guten Designer sagen: Gutes Design geht aus meiner Sicht keinen Trends nach, ist zeitlos und immer aus der Nutzung begründbar. Idealerweise sieht man einem Produkt gar nicht an, dass es gestaltet wurde – es sollte in gewisser Weise natürlich ausschauen. Wenn Du all diese Eigenschaften in einem Produkt synthetisieren kannst, bist Du ein guter Designer!


Was ist das Besondere an höfats und den höfats-Produkten?

Dadurch, dass wir Maschinenbauer und Produktdesigner sind, hat das Label höfats eine ganz besondere DNA. Maschinenbau und Produktdesign sind zwei Welten, die extrem gut zueinander passen. Beides zu verstehen und in beiden Bereichen Skills zu haben, macht absolut Sinn, ist aber total selten. Das ist für uns natürlich ein großer Vorteil und deswegen läuft Produktentwicklung bei uns grundsätzlich anders ab als bei Mitbewerbern. Da sind wir im Kern einfach anders und das hilft uns, einen eigenständigen Look zu kreieren und einzigartige Produkte für die Kultivierung von offenem Feuer zu machen, die es so noch nicht gab. Mit anderen Entwürfen wäre uns der Markteinstieg sicherlich nicht derart gut gelungen. Ich wüsste beispielsweise nicht, wie ich heute einen guten Stuhl machen sollte. Das ist viel schwieriger, als einen guten Feuerkorb zu machen. Wie viel unfassbar gute Leute haben sich denn schon über Stühle den Kopf zerbrochen? Da muss ich natürlich einsehen, dass ich dem Thema Stuhl nichts Neues mehr hinzufügen kann. Aber es kann sich ja eben jeder selbst überlegen, womit er sich beschäftigt. Wir lieben das offene Feuer!


Wo seht Ihr höfats in fünf Jahren?

höfats wird DIE Marke im Bereich offenes Feuer. Wer Feuer machen will, sollte an höfats denken. Wir wollen uns treu bleiben, wir wollen unsere Themen und Ansprüche nicht verwässern und wir würden keinesfalls Standardgeschichten machen, nur weil sich damit kurzfristig der Umsatz steigern lässt. Wir werden bestimmt niemals Kaminöfen bauen, das fassen wir nicht an. Wir wollen nicht das, was es schon gibt, noch einmal machen. Wir wollen Produkte machen, die technisch mehr können und eine optische Alleinstellung haben. Das ist unser Anspruch und daran messen wir unsere Arbeit. Wenn wir an flexible, mobile Geräte denken, die offenes Feuer zelebrieren, kann man in Zukunft mit guten Ideen von uns rechnen. In diesem Bereich wollen wir eine signifikante Rolle spielen.


höfats Office in Kempten im Allgäu

Thomas, hast Du ein persönliches höfats-Lieblingsprodukt?

Das kann ich gar nicht so genau sagen. In alle Entwürfen steckt ja viel Denkarbeit und Herzblut drin. Das ein oder andere ist vielleicht noch näher an dem dran, was man sich insgeheim davon erhofft hat. Natürlich spielt auch der kommerzielle Erfolg eine Rolle, man freut sich, wenn eigene Ideen auch bei anderen Menschen gut ankommen und daraus Topseller werden. Das ist dann wie der Applaus beim Künstler.


Apropos Topseller: Könnt Ihr abschätzen, ob Produkte erfolgreich werden?

Nicht mit Sicherheit. Wir haben manchmal Sachen, von denen glauben wir, dass sie knallen könnten. Wie die Beer Box zum Beispiel. Wir haben uns gefragt: Passt die Beer Box zu höfats? Wir hatten Cone und Cube, die vom Design sehr stark sind. Wir hatten die Befürchtung, dass die Beer Box zu „einfach gestrickt“ sein und unseren Kunden deshalb nicht gefallen könnte. Wir haben die Box auf der Ambiente erstmals vorgestellt und die Einkäufer der besten Häuser waren absolut begeistert. So haben wir gemerkt, dass unsere Idee wirklich gut ankommt. Mit dem Erfolg von Spin haben wir aber nicht gerechnet. Das Windlicht ging total ab. Mit Spin war es tatsächlich so, dass wir mit der Planung der ersten Stückzahlen den kommenden Erfolg total unterschätzt hatten. Wir waren uns nicht sicher, ob nur wir das Produkt verstehen, weil wir so pyromanisch veranlagt sind oder ob auch die Kunden Begeisterung dafür entwickeln können. Wir waren sehr vorsichtig mit der Planung. Als wir dann eine Kickstarter-Kampagne für Spin gestartet haben, ging das Ding sofort ab wie eine Rakete.


Wie erklärt Ihr Euch den Erfolg des Windlichts Spin?

Wir können uns den Erfolg erst nachträglich erklären. Denn mit dem Windlicht Spin erschließt sich für uns eine ganz neue und größere Zielgruppe. Für Cube und Triple brauchst Du einen Garten, eine Grünfläche. Auf einem Stadtbalkon oder einer Dachterrasse kannst Du damit kein offenes Feuer machen. Mit Spin holst Du Dir aber eine richtige große Flamme direkt auf den Küchentisch, ins Wohnzimmer oder eben auf den Balkon. Spin erzeugt mit seiner großen Flamme eine wahnsinnige Atmosphäre auf dem Tisch. Wenn Du zwei oder mehr davon hast, brauchst Du eigentlich keine andere Lichtquelle mehr. Jetzt genießen wir den Erfolg natürlich gerne.


höfats ist nicht nur Label, sondern auch Agentur. Welche Dienstleistungen bietet Ihr an?

Wir bieten hauptsächlich Produktdesign für Mittelständler an. Wir machen das Design für eher technikgetriebene Produkte. Dabei können wir unsere Doppelausbildung aus Maschinenbau und Produktdesign voll ausspielen. Wir schaffen beispielsweise technische und materielle Verbesserungen für die Hersteller von Kommunalmaschinen. Wir nehmen leichtere Materialien und reduzieren dadurch Gewicht, erhöhen Beladungsmengen, reduzieren Kosten – die Maschine wird leistungsfähiger, billiger und schöner. Und das ist die große Stärke, die unsere Doppelausbildung leisten kann. Das funktioniert besonders gut bei Projekten, bei denen technische Teile formgebende sind.


Cairo Kataloge im höfats Office