CAIRO AG

Sonnenschutz – mehr als Schatten

Sonnenschutz im Garten erfüllt drei verschiedene Anforderungen gleichzeitig – und wird trotzdem oft nur auf eine reduziert. UV-Schutz für Menschen, Hitzekomfort am Sitzplatz und Schutz der Möbel vor Witterung sind drei eigenständige Kriterien, die zusammen gedacht werden sollten. Ein Sonnenschirm, der großzügig Schatten wirft, aber beim ersten stärkeren Wind kippt, löst das Problem nicht. Einer, der standfest ist, aber zu klein für den Tisch, auch nicht.

Wir bei Cairo wählen Sonnenschutzprodukte nach konstruktiver Substanz und gestalterischer Konsequenz. Schirme, die formal überzeugend sind und technisch enttäuschen, sind keine Option. Der Außenbereich stellt höhere Anforderungen an Material und Verarbeitung als der Innenbereich – UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Wind und Temperaturschwankungen treffen jedes Detail.

Sonnenschirme – Bauformen im Überblick

Mittelstockschirm – klassisch, universell

Der Mittelstockschirm hat einen zentralen Mast, der durch die Tischmitte oder einen separaten Ständer geführt wird. Er ist die verbreitetste Bauform – einfach in der Handhabung, breit verfügbar, in fast allen Größen erhältlich. Der Nachteil liegt in der Konstruktion: Der Mast steht in der Mitte des Sitzbereichs, was bei runden Tischen mit Schirmloch funktioniert, bei rechteckigen Tischen ohne Aussparung aber den Platz einschränkt.

Seitenmastschirm (Ampelschirm) – freigestellt, flexibel

Der Ampelschirm hat seinen Mast seitlich versetzt – die Schirmfläche hängt frei über dem Sitzbereich, ohne dass ein Mast im Weg steht. Das ermöglicht mehr Bewegungsfreiheit darunter und erlaubt es, die Schirmposition unabhängig vom Tisch zu wählen. Die Konstruktion ist aufwändiger als beim Mittelstockschirm: Der versetzte Mast erzeugt ein Hebeldrehmoment, das den Ständer erheblich belasten kann – das Gegengewicht muss entsprechend dimensioniert sein.

Sonnenzelt und Sonnensegel – für große Flächen

Sonnenzelte und -segel beschatten große Flächen ohne einzelnen Mast. Sonnensegel werden zwischen Befestigungspunkten gespannt – an Hauswand, Pfosten oder Bäumen – und bieten viel Fläche bei minimalem Materialeinsatz. Sonnenzelte sind freistehende Konstruktionen mit eigenem Gestell, die sich schnell auf- und abbauen lassen. Beide Lösungen eignen sich besonders für Terrassen mit unregelmäßigen Grundrissen, wo ein klassischer Schirm nicht passt.

  • Mittelstockschirm: einfache Handhabung, für Tische mit Schirmloch optimiert, kompakt lagerbar
  • Ampelschirm: freier Sitzbereich ohne Mast, flexibel positionierbar, höherer Ständer-Gewichtsbedarf
  • Sonnenzelt/-segel: große Flächen, keine Tischbindung, aufwändigere Befestigung

Wer die passenden Sitzmöbel zum Sonnenschutz sucht, findet die Außenmöbel in den Übersichten der Gartenstühle und Gartenliegen.

Schirmgröße und Standort – was wirklich passt

Die häufigste Fehlentscheidung beim Sonnenschirmkauf ist ein zu kleiner Durchmesser. Der Schirm sollte auf allen Seiten mindestens 50 cm über die Tischkante hinausragen – bei tiefem Sonnenstand noch mehr. Ein Tisch für vier Personen braucht in der Regel einen Schirm mit mindestens 270 cm Durchmesser, nicht den günstigeren 200er.

  • Tisch 80×80 cm (2 Personen): Schirm Ø 180–200 cm
  • Tisch 90×90 cm (4 Personen rund): Schirm Ø 200–250 cm
  • Tisch 140×80 cm (4–6 Personen rechteckig): Schirm Ø 270–300 cm oder rechteckiger Schirm
  • Loungefläche oder Liegen: Ampelschirm Ø 300–350 cm oder Sonnensegel

Der Sonnenstand bestimmt, auf welcher Seite des Tisches der Schatten landet. Ein Schirm nach Süden ausgerichtet schützt mittags am besten; wer nachmittags sitzt, braucht eine nach Westen orientierte Beschattung. Wer diese Flexibilität braucht, wählt einen Ampelschirm mit schwenkbarem Arm oder ein Sonnensegel, das sich neu spannen lässt.

Materialien – Gestell und Bespannung

Aluminium – leicht, korrosionsresistent, Standard

Aluminium ist das meistverwendete Gestellmaterial für Sonnenschirme – aus gutem Grund. Es rostet nicht, ist leicht genug für einfaches Auf- und Abbauen und lässt sich gut in verschiedene Farben pulverbeschichten. Qualitätsunterschiede liegen in der Wandstärke des Profils und in der Verarbeitung der Gelenke und Scharniere: dünne Profile mit einfachen Gelenkverbindungen versagen früher als massiv gefertigte Alternativen.

Edelstahl – stabiler, schwerer, hochwertiger

Edelstahlgestelle sind schwerer als Aluminium und korrosionsresistenter unter extremen Bedingungen – besonders in Meeresnähe, wo Salzluft Aluminiumbeschichtungen angreift. In der Haptik wirkt Edelstahl wertiger; in der Handhabung ist das höhere Gewicht ein Kompromiss, der durch stabilere Konstruktion aufgewogen wird.

Bespannung: UV-Beständigkeit entscheidet

Die Bespannung ist das Element, das am stärksten altert. Polyester ist günstig und weit verbreitet, verblaßt aber schneller als Acryl oder Olefin. Acrylgewebe hat eine höhere UV-Stabilität, ist wasserabweisender und hält Farben länger. Olefin (Polypropylen-Gewebe) ist besonders schimmelresistent und für feuchte Klimazonen geeignet.

Der relevante Kennwert für Sonnenschutzwirkung ist der UPF-Wert (Ultraviolet Protection Factor):

  • UPF 15–24: guter Schutz – lässt noch nennenswerte UV-Strahlung durch
  • UPF 25–39: sehr guter Schutz – für normale Nutzung im Garten ausreichend
  • UPF 40–50: ausgezeichneter Schutz – empfohlen für Kinder und lichtempfindliche Personen
  • UPF 50+: maximaler Schutz – blockiert über 97,5 % der UV-Strahlung

Sonnenschirmständer – das unterschätzte Element

Ein Sonnenschirm ist nur so standfest wie sein Ständer. Wer beim Ständer spart, riskiert bei Wind einen umfallenden Schirm – mit Schäden an Möbeln oder Personen. Das Gewicht des Ständers richtet sich nach Schirmgröße und Bauform: Ampelschirme benötigen deutlich schwerere Ständer als Mittelstockschirme desselben Durchmessers, weil das Hebeldrehmoment des versetzten Masts kompensiert werden muss.

  • Schirm Ø bis 200 cm: Ständer mindestens 25–35 kg
  • Schirm Ø 250–300 cm: Ständer mindestens 50–70 kg
  • Ampelschirm Ø 300–350 cm: Ständer mindestens 80–100 kg, besser mehr

Betonständer sind schwerer und günstiger als Edelstahlständer, dafür weniger witterungsbeständig an der Oberfläche – Abplatzungen bei Frost sind möglich. Edelstahlständer sind langlebiger, aber teurer. Ständer mit Rollen erleichtern das Umpositionieren erheblich, wenn Schirm und Ständer täglich bewegt werden. Passende Gartentische mit Schirmloch oder Schirmaussparung finden sich in der Gartentisch-Übersicht bei Cairo.

Schutzhüllen – Möbelschutz als Saisonverlängerung

Gartenmöbel, die ungeschützt überwintern, altern deutlich schneller als solche, die mit Schutzhüllen abgedeckt werden. UV-Strahlung, Frost, Feuchtigkeit und Schmutz greifen Oberflächen, Verbindungen und Polster an – auch wenn das Material grundsätzlich wetterfest ist. Eine gut sitzende Schutzhülle verlängert die Lebensdauer von Gartenmöbeln um Jahre.

Worauf es bei Schutzhüllen ankommt: Maßgenauigkeit ist wichtiger als Preis. Eine zu große Hülle flattert im Wind, scheuert an Kanten und sammelt Wasser in Falten. Eine passgenaue Hülle liegt an, lässt keine Feuchtigkeitsfallen entstehen und schützt gleichmäßig. Das Material sollte atmungsaktiv sein – vollständig wasserdichte Hüllen ohne Atmungsaktivität können Kondensation einschließen und Schimmel begünstigen.

Schutzhüllen für Outdoor-Loungesmöbel, Gartenbänke und Sonnenschirme finden sich im Sonnenschutz-Sortiment bei Cairo.

Pflege und Winterlagerung

Sonnenschirme reinigen: Bespannung mit lauwarmem Wasser und mildem Seifenmittel abwaschen – keine Hochdruckreiniger, die Nähte und Beschichtungen beschädigen. Hartnäckige Flecken mit einer weichen Bürste lösen. Nach der Reinigung vollständig trocknen lassen, bevor der Schirm geschlossen und eingelagert wird – feuchte Bespannungen in geschlossenem Zustand bilden Schimmelflecken.

Imprägnierung der Bespannung einmal pro Saison auffrischen – handelsübliche Textilimprägnierspray reichen aus. Gestellverbindungen und Gelenke auf Korrosion und Lockerungen prüfen; bewegliche Teile leicht ölen. Für die Winterlagerung Schirm in die mitgelieferte Schutzhülle oder eine passende Ersatzhülle einschlagen und trocken lagern. Ständer im Keller oder der Garage überwintern lassen – Betonständer können bei wiederholtem Frost-Tau-Wechsel oberflächlich abplatzen, wenn sie dauerhaft nass im Freien stehen.

Weiteres Pflege- und Zubehörmaterial findet sich in den Bereichen Haushalt & Pflege-Zubehör sowie Outdoor- & Gartenzubehör bei Cairo.

Häufige Fragen zum Sonnenschutz

Als Faustregel gilt: Der Schirmdurchmesser sollte den Tisch auf allen Seiten um mindestens 50 cm überragen. Für einen Tisch mit 140 cm Länge bedeutet das einen Schirm von mindestens 240 cm – in der Praxis besser 270–300 cm, damit auch bei flachem Sonnenstand ausreichend Schatten auf den Sitzplätzen ankommt. Bei Ampelschirmen kann der Durchmesser etwas kleiner gewählt werden, weil der Schirm gezielt positioniert werden kann.

Das hängt vom Schirmdurchmesser und der Bauform ab. Mittelstockschirme bis 250 cm Durchmesser kommen mit 35–50 kg Ständergewicht aus. Ampelschirme ab 300 cm benötigen mindestens 80 kg – bei windreichen Lagen noch mehr. Hersteller geben für ihre Schirme Mindestgewichtsempfehlungen an, die ernst genommen werden sollten.

UPF 50+ bedeutet, dass die Bespannung über 97,5 % der UV-Strahlung blockiert – nur 1 von 50 UV-Photonen dringt durch. Das ist der höchste zertifizierbare Schutzwert. Wichtig: UPF bezieht sich auf den direkten Schutz unter dem Schirm bei senkrechter Einstrahlung. Bei schrägem Sonnenstand und reflektierter Strahlung von hellen Oberflächen ist der tatsächliche Schutz geringer.

Bei leichtem Wind bis Windstärke 3–4 (etwa 20–30 km/h) ja, wenn der Ständer ausreichend schwer ist. Bei stärkerem Wind sollte der Schirm geschlossen werden – auch ein gut beschwerter Schirm kann bei Böen über 50 km/h umfallen oder beschädigt werden. Die meisten Hersteller geben eine maximale Windlastempfehlung an. Ampelschirme sind windempfindlicher als Mittelstockschirme, weil der Hebelarm des versetzten Masts das Kippmoment erhöht.

Lauwarmes Wasser mit einem milden Seifenmittel und einer weichen Bürste reichen für normale Verschmutzungen aus. Kein Hochdruckreiniger – er beschädigt Nähte und Beschichtungen. Nach der Reinigung offen trocknen lassen, bevor der Schirm geschlossen wird. Schimmelflecken lassen sich mit einer verdünnten Lösung aus Wasser und weißem Essig behandeln – danach gründlich ausspülen und vollständig trocknen.